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Gastronomie im Ladenbau: Cafés und Restaurants im Handel richtig planen

Maria Parachkevova | Von den Retail-Expert:innen bei Formwerk
Maria Parachkevova | Von den Retail-Expert:innen bei Formwerk
Gastronomie im Ladenbau: Cafés und Restaurants im Handel richtig planen

Gastronomie im Handel ist längst mehr als ein Add-on. Ein Café oder Restaurant auf der Fläche verlängert die Verweildauer, bringt Menschen wieder, auch ohne Kaufabsicht, und macht die Marke erlebbar. Genau deshalb integrieren immer mehr Händler und Marken Food und Beverage in ihre Stores. Der Haken: Gastronomie im Ladenbau ist technisch anspruchsvoll. Über Erfolg oder teure Nachbesserung entscheiden Lüftung, Hygiene, Brandschutz und Genehmigungen, und zwar von der ersten Planungsphase an. Dieser Beitrag zeigt, warum Gastronomie im Handel wirkt und worauf es bei Planung und Umsetzung ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gastronomie ist der stärkste Hebel für Aufenthaltsqualität und Frequenz im Handel.
  • Laut ICSC nennen rund zwei Drittel der Center-Besucher das gastronomische Angebot als Entscheidungskriterium, Betreiber widmen Food und Beverage inzwischen bis zu 20 Prozent der Fläche.
  • Der Erfolg entscheidet sich in der Technik: Lüftung, Wasser und Abwasser, Hygiene und Brandschutz gehören von Anfang an ins Konzept.
  • Genehmigungen wie Nutzungsänderung, Konzession und Brandschutznachweis früh einplanen, sonst drohen Verzögerungen.
  • Formwerk plant und baut Gastronomie im Handel aus einer Hand, vom Konzept bis zur Übergabe (etwa Foodhall Berlin und Caffè Sant’Angelo).

Warum Gastronomie im Handel funktioniert

Der Konsum verschiebt sich von Produkten zu Erlebnissen, und Gastronomie ist der direkteste Weg, Aufenthalt zu schaffen. Ein Kaffee, ein Mittagessen oder ein Drink verlängern die Zeit im Store, senken die Hemmschwelle für einen erneuten Besuch und verwandeln eine Verkaufsfläche in einen Ort, an dem man gerne bleibt. Diese Third-Place-Logik, also der Store als Treffpunkt neben Zuhause und Arbeit, ist der Kern moderner Markenflächen.

Die Zahlen stützen das: Laut ICSC nennen rund zwei Drittel der Center-Besucher das gastronomische Angebot als Entscheidungskriterium für ihren Besuch, und Betreiber widmen Food, Beverage und Entertainment inzwischen bis zu 20 Prozent der Fläche. Gastronomie ist damit kein Nebenschauplatz, sondern ein Frequenztreiber. Wie sich der Store insgesamt zum Treffpunkt entwickelt, zeigen unsere Brand Community Places und der Beitrag zu den Retail Trends 2026.

Warum Gastronomie im Handel wirkt Warum Gastronomie im Handel wirkt ≈ 66 % der Center-Besucher nennen Gastronomie als Besuchsgrund bis 20 % der Fläche für Food & Beverage bei Betreibern Quelle: ICSC, Food & Beverage in Retail Real Estate, 2024/2025

Was Gastronomie im Ladenbau umfasst

Gastronomie im Handel reicht vom Coffee-Corner und dem Shop-in-Shop-Café über das Flagship-Restaurant bis zur eigenständigen Foodhall. So unterschiedlich die Formate sind, der Umfang ist derselbe: Konzept, Interior, gastronomische Technik, Genehmigung und Bau greifen ineinander.

Der entscheidende Unterschied zum reinen Ladenbau liegt in den zusätzlichen Gewerken. Eine Küche braucht Kälte, Lüftung, Wasser und Starkstrom, das Lebensmittelrecht bestimmt Materialien und Grundriss, und die längeren Betriebszeiten stellen eigene Anforderungen an Reinigung und Haltbarkeit. Wer Gastronomie plant, plant deshalb komplexer als eine klassische Verkaufsfläche.

Die kritischen Faktoren in der Planung

Ob eine gastronomische Fläche funktioniert, entscheidet sich selten am Design und fast immer an der Technik. Diese sechs Faktoren gehören von Anfang an ins Konzept:

Gastronomie im Store planen: 6 kritische Gewerke Gastronomie im Store planen: 6 kritische Gewerke 01 Zonierung & Flow 02 Lüftung & Abluft 03 Wasser & Abwasser 04 Hygiene & HACCP 05 Brandschutz 06 Genehmigung & Konzession Alle Gewerke greifen ineinander, deshalb Planung aus einer Hand.

Zonierung und Flow

Front-of-House und Back-of-House müssen sauber getrennt sein, ohne dass sich Gäste-, Waren- und Personalwege kreuzen. Gleichzeitig konkurriert jeder Sitzplatz mit Verkaufsfläche. Die richtige Balance aus Gastronomie und Retail ist die erste strategische Entscheidung.

Lüftung und Abluft

Küchenabluft, Gerüche und Fettabscheidung sind oft der größte bauliche Eingriff, besonders im Bestand und in Obergeschossen. Die Führung der Abluft muss früh mit Vermieter und Bauordnung geklärt werden, sonst scheitert das schönste Konzept an der Fassade.

Wasser, Abwasser und Elektrik

Zu- und Ableitungen, ein Fettabscheider und ausreichend Leistung für Küchengeräte sind Grundvoraussetzung. Im Bestand ist genau das häufig der Engpass, der Grundriss und Standort der Küche bestimmt.

Hygiene und HACCP

Das Lebensmittelrecht bestimmt mehr am Grundriss, als viele erwarten: reinigbare, fugenarme Materialien, getrennte Handwaschbecken, lückenlose Kühlketten und definierte Wege für saubere und unreine Bereiche. Hygiene ist kein Detail am Ende, sondern eine Planungsgrundlage.

Brandschutz und Genehmigung

Eine Küche erhöht die Brandschutzanforderungen, und mehr Sitzplätze bedeuten mehr Fluchtwege. Nutzungsänderung, Baugenehmigung und je nach Konzept eine Gaststättenkonzession müssen früh eingeplant werden. Als Generalplaner koordiniert Formwerk diesen Prozess von der Genehmigungsplanung bis zur Bauausführung, siehe Retail Design und Ladenbau.

Gastronomie als Markenstrategie

Gastronomie zahlt nicht nur auf den Umsatz ein, sondern auf die Marke. Wenn Louis Vuitton in Seoul ein Restaurant betreibt oder Modehäuser Cafés eröffnen, geht es nicht um das Mittagsgeschäft, sondern um Verweildauer, Wiederkehr und ein Markenerlebnis, das man schmecken und fühlen kann. Das Café wird zum Grund, wiederzukommen, auch ohne etwas kaufen zu wollen. Wie Räume zur Markenbotschaft werden, vertiefen wir im Beitrag Markenwelten gestalten.

Gastronomie im Handel: der Formwerk-Ansatz

Weil Gastronomie so viele Gewerke verbindet, ist die Umsetzung aus einer Hand der größte Hebel für Qualität, Budget und Tempo. Als Plan-to-Build-Office verbindet Formwerk Konzept, Retail Design, gastronomische Technik, Genehmigungsplanung und Bau, ohne Reibungsverluste an den Schnittstellen. Wie sich das in der Praxis anfühlt, zeigen Projekte wie die Foodhall Berlin und das Caffè Sant’Angelo. Weitere Beispiele finden Sie in unserer Projektübersicht, den Leistungsumfang auf der Seite Retail Design und Ladenbau.

Häufige Fragen zu Gastronomie im Ladenbau

Was bedeutet Gastronomie im Ladenbau?

Gemeint ist die Planung und der Bau gastronomischer Flächen im Handel, vom Coffee-Corner über das Café im Store bis zum Restaurant oder zur Foodhall. Zum Ladenbau kommen dabei Gewerke wie Küche, Kälte, Lüftung und die Anforderungen des Lebensmittelrechts hinzu.

Was kostet die Integration von Gastronomie in eine Verkaufsfläche?

Das hängt stark von Format, Küchenumfang, Bestand und Technik ab. Sinnvoller als eine Pauschale ist eine frühe Konzept- und Machbarkeitsphase, in der Fläche, Küchenkonzept, Technik und Genehmigungsaufwand gemeinsam definiert werden. So wird das Budget belastbar, bevor gebaut wird.

Welche Genehmigungen braucht Gastronomie im Handel?

Häufig eine Nutzungsänderung und eine Baugenehmigung, je nach Konzept eine Gaststättenkonzession und, bei Außenflächen, eine Sondernutzungserlaubnis. Dazu kommen Brandschutz- und Hygieneauflagen. Diese Punkte sollten vor dem Innenausbau geklärt sein.

Was ist bei Lüftung und Technik zu beachten?

Küchenabluft, Fettabscheider sowie Wasser- und Stromversorgung sind die größten baulichen Themen. Gerade im Bestand entscheidet die Machbarkeit der Abluftführung oft über Standort und Größe der Küche und gehört deshalb an den Anfang der Planung.

Warum eröffnen Marken Cafés und Restaurants?

Weil Gastronomie die Verweildauer verlängert und aus Besuchern eine wiederkehrende Community macht. Das Café oder Restaurant wird Teil der Markenwelt und stärkt die Bindung, oft mehr als die reine Verkaufsfläche.

Fazit

Gastronomie ist einer der wirksamsten Hebel, um aus einer Verkaufsfläche einen Ort zu machen, an dem Menschen bleiben und wiederkommen. Der Erfolg entscheidet sich aber nicht am Interior, sondern an Technik, Hygiene und Genehmigung. Wer Konzept, gastronomische Technik und Bau von Beginn an zusammendenkt und einen Partner hat, der alles aus einer Hand steuert, baut nicht nur schneller, sondern besser.

Sie planen ein Café, ein Restaurant oder eine Foodhall als Teil Ihrer Fläche? Sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.

Quellen
  • ICSC, Food & Beverage in Retail Real Estate, 2024/2025.
  • McKinsey & Company, „State of the Consumer 2026“ (Verschiebung von Produkten zu Erlebnissen).
  • The Korea Herald / WWD, zu Louis Vuittons Restaurant-Konzept in der Maison Seoul, 2022 ff.

Formwerk Retail Hub

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