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Retail Trends 2026: Die wichtigsten Entwicklungen im Einzelhandel

Maria Parachkevova | Von den Retail-Expert:innen bei Formwerk
Maria Parachkevova | Von den Retail-Expert:innen bei Formwerk
Retail Trends 2026: Die wichtigsten Entwicklungen im Einzelhandel

2026 zeigt klar: Der stationäre Handel ist nicht das Auslaufmodell, als das er lange galt – aber er verändert sich grundlegend. Die Fläche wird vom reinen Verkaufsort zum Erlebnis- und Medienraum, Nachhaltigkeit wird zur Pflicht, und Technologie verschmilzt mit dem physischen Raum. Dieser Beitrag fasst die acht wichtigsten Retail-Trends 2026 zusammen und zeigt, was sie für die Planung Ihrer Fläche bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der stationäre Handel bleibt dominant – rund vier von fünf Umsätzen entstehen weiterhin in der Fläche –, verschiebt sich aber vom Verkaufs- zum Erlebnisort.
  • Retail Media wird auch im Store zum Werbekanal: Europas Ausgaben lagen 2024 bei 13,7 Mrd. Euro und wachsen zweistellig.
  • Nachhaltigkeit und Circular Store sind Standard: rund die Hälfte des Ladeninventars wird bei Umbauten wiederverwendet.
  • Rightsizing statt Expansion: weniger, aber bessere Flächen – und viel Umnutzung.

1. Der Store bleibt das Zentrum – als Point of Experience

Trotz E-Commerce finden weiterhin rund vier von fünf Einzelhandelsumsätzen stationär statt; der Online-Anteil liegt laut US Census bei etwa 17 %. Entscheidend ist aber, wofür die Fläche steht: Der Konsum verschiebt sich von Produkten zu Erlebnissen. Laut McKinsey wuchs der Markt für Erlebnisse zwischen 2023 und 2025 um 2,6 %, während nicht-essenzielle Güter nur um 0,8 % zulegten. Der Store wird damit zum Markenmedium. Wie das konkret aussieht, zeigen Brand Community Places und der Beitrag Retail Design vs. Ladenbau.

Konsum verschiebt sich: Erlebnisse wachsen stärker Konsum verschiebt sich: Erlebnisse wachsen stärker Erlebnisse +2,6 % Güter +0,8 % Quelle: McKinsey, Wachstum 2023–2025 (nicht-essenzielle Güter)

2. Retail Media – jetzt auch im Store

Retail Media ist der am schnellsten wachsende Werbekanal. Laut IAB Europe stiegen die Ausgaben in Europa 2024 auf 13,7 Milliarden Euro (+21,1 %) und sollen bis 2026 auf rund 20,8 Milliarden Euro klettern. Der neue Schub kommt zunehmend aus dem Laden selbst: In-Store-Retail-Media macht die Fläche zum Werbeträger. Für die Planung heißt das: Screens, Zonen und Technik gehören ins Konzept, nicht nachträglich dazu.

Retail-Media-Ausgaben in Europa (Mrd. Euro) Retail-Media-Ausgaben in Europa (Mrd. €) 7,4 2021 13,7 2024 20,8 2026 28,8 2028 Quelle: IAB Europe, 2025 · 2026 und 2028 = Prognose

3. Nachhaltigkeit und der Circular Store

Nachhaltigkeit ist im Ladenbau von der Kür zur Pflicht geworden. Laut EHI Laden-Monitor 2026 arbeiten 42 % der deutschen Händler mit zirkulären Systemen und nachhaltigen Lieferanten, und rund die Hälfte des Ladeninventars wird bei Umbauten wiederverwendet. Für Marken bedeutet das: ESG-konforme Materialien, Wiederverwendung und energieeffiziente Technik gehören in jedes Konzept. Genau hier setzen unsere ESG-Services und The Remakers an.

4. Phygital – der Raum verschmilzt mit dem Digitalen

Die Grenze zwischen online und offline verschwindet. Kund:innen wechseln auf einer einzigen Journey zwischen App, Website und Store und erwarten ein nahtloses Erlebnis. Für die Fläche heißt das: Click & Collect, digitale Regale, App-gestützte Beratung und Bezahlung müssen räumlich mitgedacht werden. Wer die Technik erst nachrüstet, verschenkt Wirkung – und Budget.

5. Community und Gastronomie – der Store als dritter Ort

Handel wird zum sozialen Treffpunkt. Gastronomie und Erlebnis entwickeln sich zu zentralen Frequenztreibern: Laut ICSC nennen rund zwei Drittel der Center-Besucher das gastronomische Angebot als Entscheidungskriterium, und Betreiber widmen Food, Beverage und Entertainment inzwischen bis zu 20 % der Fläche. Das ist die Logik hinter Brand Community Places: der Store als Ort mit Zugehörigkeit, nicht nur als Verkaufsfläche.

6. Rightsizing und Innenstadt-Revitalisierung

Statt Expansion optimieren Händler ihre Flächen. Laut EHI investierte der deutsche Handel 2025 rund 7,0 Milliarden Euro in Bau, Umbau und Erweiterung – 23 % weniger als 2023. Gleichzeitig sind Top-Lagen extrem knapp: Cushman & Wakefield meldet für europäische Einkaufsstraßen eine Leerstandsquote von rund 6 %, in Münchens Maximilianstraße nur 1,8 %. Das Ergebnis sind weniger, aber bessere Flächen – und viel Umnutzung von Bestand. Passende Leistungen: Multi-Use und Commercial.

Store-Investitionen in Deutschland: −23 % seit 2023 Store-Investitionen Deutschland: −23 % seit 2023 2023 9,1 Mrd. € 2025 7,0 Mrd. € Quelle: EHI Laden-Monitor 2026 (Bau, Umbau, Erweiterung)

7. KI und Personalisierung im stationären Handel

Künstliche Intelligenz kommt in der Fläche an. Laut Deloitte erwarten 67 % der Handelsverantwortlichen innerhalb eines Jahres KI-gestützte Personalisierung. In der Praxis bedeutet das datenbasierte Sortiments- und Flächensteuerung, personalisierte Angebote und effizientere Prozesse – Anforderungen, die schon in der Planung berücksichtigt werden sollten.

8. Erlebnisformate bringen Frequenz zurück

Wo Erlebnis entsteht, kommen Menschen zurück. Laut NRF (auf Basis von Capital-One-Daten) verzeichneten Malls im ersten Halbjahr 2025 rund 1,8 % mehr Besuche und 3,3 % längere Aufenthalte – getrieben von Entertainment- und Erlebnis-Destinationen. Frequenz und Verweildauer werden damit zu zentralen Kennzahlen der Flächenplanung.

Was die Trends für Ihre Fläche bedeuten

Alle acht Trends laufen auf einen Punkt hinaus: Die Fläche muss mehr leisten – Erlebnis, Medium, Nachhaltigkeit und Technik zugleich. Das gelingt nur, wenn Strategie, Design und Bau zusammengedacht werden. Als Plan-to-Build-Office begleitet Formwerk genau diesen Weg, von der ersten Idee bis zur baulichen Realisierung. Welche Leistungen dahinterstehen, zeigt unsere Seite Retail Design und Ladenbau.

Häufige Fragen zu den Retail Trends 2026

Was sind die wichtigsten Retail-Trends 2026?

Die zentralen Trends 2026 sind: der Store als Erlebnisort (Point of Experience), Retail Media auch im Laden, Nachhaltigkeit und Circular Store, Phygital bzw. Unified Commerce, Community und Gastronomie als dritter Ort, Rightsizing der Flächen, KI und Personalisierung sowie erlebnisgetriebene Frequenz.

Ist der stationäre Handel 2026 noch relevant?

Ja. Rund vier von fünf Einzelhandelsumsätzen entstehen weiterhin in der Fläche. Der Store verliert nicht an Bedeutung, sondern verändert seine Rolle: vom reinen Verkaufsort zum Erlebnis- und Markenraum.

Was bedeutet In-Store Retail Media?

In-Store Retail Media macht die Verkaufsfläche selbst zum Werbekanal, etwa über Screens, Displays und digitale Touchpoints. Es ist das am schnellsten wachsende Segment des Retail-Media-Markts und sollte bereits in der Flächenplanung mitgedacht werden.

Fazit

2026 ist kein Jahr des Rückzugs aus der Fläche, sondern ihrer Aufwertung. Der Store wird zum Erlebnis, zum Medium und zum nachhaltigen, technisch integrierten Ort. Marken, die ihre Flächen jetzt strategisch neu denken, sichern sich einen Vorsprung. Entscheidend ist ein Partner, der Konzept und Bau aus einer Hand verbindet.

Sie planen ein neues Storekonzept oder die Transformation Ihrer Fläche? Sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.

Quellen

  • McKinsey & Company, „State of the Consumer 2026".
  • IAB Europe, Retail Media Ad Spend (via PPC Land), 2025.
  • EHI Retail Institute, „Laden-Monitor 2026".
  • Cushman & Wakefield, „European Luxury Retail Report 2026".
  • ICSC, Food & Beverage in Retail Real Estate, 2024/2025.
  • Deloitte, „2026 Global Retail Industry Outlook".
  • NRF, „10 Trends and Predictions for Retail in 2026" (Capital-One-Daten).
  • US Census Bureau, Quarterly E-Commerce Retail Sales, 2026.

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